Diabetes Themen

20.08.2009

Diabetikerprodukte Teil 2

von pta0804 in Ernährung

Inzwischen gelten Diabetikerprodukte aus der Sicht von Fachgesellschaften aus ernährungsmedizinischer und diabetologischer Sicht als nicht notwendig.  Warum es überhaupt zur Herstellung von Lebensmittel  “für Diabetiker geeignet” kam und was der Unterschied zur “Normalkost” ist soll nun aufgegriffen werden.

So erhielten vor lange Zeit die Typ-1-Diabetiker die ärztliche Anweisung eine strenge Diät im Zusammenhang mit dem Verbot von Zucker und genauen Abzählen von Broteinheiten (BE)  einzuhalten. Aus diesem Grund wurden von der Industrie  spezielle “Diabetiker-Lebensmittel”  mit Zuckeraustauschstoffen, wie z.B. Fructose, hergestellt.

Fructose ist jedoch kein gesündere Alternative, da sie den ohnehin schon erhöhtem Harnsäurespiegel bei Diabetikern noch weiter ansteigen lässt. Ein weiteres Risiko für die Gesundheit entsteht durch die Kennzeichnung, da bei den meisten Betroffenen  angenommen wird sie können das “Diabetiker-Produkt”  bedenkenlos in größeren Mengen verzehren. Leider ist das nicht so, da auch diese Produkte sehr kalorienreich sind und hohe Anteile gesättigter Fette oder Transfettsäuren enthalten. Diese gelten in zu großen Mengen aufgenommen als eine Ursache für Herz- Kreislauf-Erkrankungen.  

Fortsetzung folgt…

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4 Kommentare zu ' Diabetikerprodukte Teil 2 '

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  1. KatjaNolle kommentierte am 24.08.2009 um 21:41 Uhr

    Diese Frage habe ich mir schon vor Jahren gestellt. Stellt sich jetzt heraus, dass das alles nur Marketing Floskeln waren um die Produkte los zu werden?! Welche Konsequenzen hat das für die Diabetiker nun?

  2. pta0804 kommentierte am 01.10.2009 um 18:32 Uhr

    Hallo Katja,

    entschuldige bitte das ich mich erst jetzt melde.

    Das mit den Lebensmittel für Diabetiker ist relativ kompliziert. Zum Glück geben inzwischen immer mehr Hersteller sowohl bei den Diabetiker als auch nicht- Diabetiker Nahrungsmittel die Zusammensetzung bzw. genaue Kalorien/Fett etc. Tabellen der Lebensmittel an. Am besten hilft einfach ein direkter Vergleich von einem “Diabetiker-Produkt” und einem “normalen” Produkt. Das kann relativ viel Zeit in Anspruch nehmen, lohnt sich aber ;-). Doch Achtung: bei manchen Produkten bezieht sich der Energiegehalt auf 100g, 10g, 1Stück oder 1 Portion (steht auch da wieviel 1Portion ist), das heißt man muss wirklich genau lesen und rechnen. Dabei macht man die Feststellung das ziemlich oft keine Differenz zwischen Diabetikerkost und nicht Diabetikerkost besteht, lediglich der Preis macht den Unterschied deutlich.

    Für den Diabetiker bedeutet dies folgendes, er kann wenn er möchte “Diabetikerprodukte” verzehren. Er muss sich aber darüber bewusst sein das er deswegen nicht z.B. die doppelte Menge davon essen kann, da lediglich ein Zuckeraustausch vorgenommen wurde und diese Produkte meist nicht kalorienärmer sind. Es bestehen also, auch lt. Fachgesellschaften aus ernährungsmedizinischer und diabetologischer Sicht, keine Bedenken wenn man als Diabetiker Lebensmittel die für nicht-Diabetiker geeignet sind, verzehrt. Solange die Blutzuckereinstellung bzw. auch der Blutzuckerlangzeitwert nicht beeinträchtigt wird und man die nach evtl. vorgegebene BE-Einheiten, die am Tag verzehrt werden dürfen, einhält, besteht kein zusätzliches Risiko für Diabetiker.

    LG ;-)

  3. René kommentierte am 10.11.2009 um 23:15 Uhr

    Hallo an alle Leser!

    Nun, die Entwicklung in der Medizin, gerade im Bezug auf die Behandlung von diabetes mellitus, hat ja in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht.
    Denken wir nur daran, daß anfänglich einmal täglich Insulin gespritzt wurde und Spritzen und Kanülen immer wieder in “Sterilisations-Öfen” sterilisiert werden mußten.
    Heute gibt es Basalinsuline und Bolusinsuline, oder sogar Insulinpumpen.

    Ich denke, ein Diabetiker kann heutzutage einen “ganz normalen” Lebenswandel führen.
    Da sieht es bei Heuschnupfen-, oder Dialysepatienten doch ganz anders aus…

    Zum Thema Ernährung haben sich die starren, “alten” Modelle mittlerweile als überholt dargestellt.
    Bei der Ernährung ist es im Allgemeinen nicht gut, sich einseitig zu ernähren (z.B. ketogene Ernährung).
    Der menschliche Körper verlangt nach Fetten, Kohlenhydraten, oder Vitaminen.
    Und die kann man seinem Körper mit einer ausgewogenen Ernährung ausreichend zuführen.
    Die zusätzliche Zufuhr von Mineralien, Vitaminen, oder Eiweiß hat sich mittlerweile selbst bei “Body Buildern” als NICHT NOTWENDIG dargestellt.
    Ein Apfel nach einem Training gibt dem Körper mehr Vitamine, als jeder noch so gut beworbene “Sports Drink” UND er kostet nur einen Bruchteil dessen. :wink:

    Das wichtigste ist, daß man sich auf einen “gesunden Lebenswandel” einstellt!
    Komplexe Kohlenhydrate, Obst, Gemüse, viel Trinken und viel Bewegung helfen nicht nur der Figur, :mrgreen: sondern sie führen auch dazu, daß man aktiver, leistungsfähiger, zufriedener mit seinem Leben und sich selbst wird.

    Natürlich verlangt die “Seele” auch nach “Genußmitteln”.
    ABER diese Genußmittel sollten als das verzehrt werden, was sie sind: “Genußmittel”, keine “Lebensmittel”!
    Für jemanden, der es gewohnt ist, Frühstück, Mittagessen, Vesper, Abendessen und Nachtmahl im “Burger-Restaurant” einzunehmen, ist es anfänglich sicherlich schwer, die Essgewohnheiten umzustellen.
    Aber es lohnt sich!
    Die Zufriedenheit mit dem Gefühl zu sich selbst und die Blicke von Passanten z.B. entschädigen für jede “mühsame Stunde Sport”, oder für jede Scheibe Vollkornbrot, statt eines Schoko-Riegels. :wink:

    Aber dazu könnte man seitenweise Kommentare abgeben…

    Die sogenannten “Diabetiker-Lebensmittel” hatten in früheren Jahren sicherlich ihre Berechtigung.
    Mittlerweile geht aber der größte Teil der Lebensmittelindustrie dazu über, auch wegen des wachsenden Bewußtseins und Bedarfs und wegen des immer höher steigenden Bedürfnisses von “normalen” Konsumenten “bewußt einzukaufen”, ihre Produktpaletten auf eine “richtige” Bahn zu lenken.

    Die sogenannten “Diabetiker-Lebensmittel” haben oftmals einen höheren, aber ebend des Geschmacks wegen notwendigen, Anteil an Fett!
    UND viele Konsumenten essen ebend doppelt so viel…
    und man beruhigt sein Gewissen mit dem Gedanken: “Schließlich ist es ja ein “Light-Produkt”!”…

    Die künstlichen Süßstoffe, oder z.B. Fructose halfen Diabetikern aber, den Blutzucker nicht so rasch ansteigen zu lassen und somit starke Schwankungen halbwegs zu vermeiden.
    Mit den “neuen” Insulinen und den “neuen” Behandlungsmethoden kann der Diabetiker jedoch auch sehr gut mit “normalen” Genußmitteln, wie Schokolade, Kekse, Eis, Gummibärchen u.s.w. sehr gut leben und darauf schnell, unkompliziert und angemessen reagieren.

    Wie “pta0804″ schon schrieb, wichtig ist die Blutzuckereinstellung.
    Wichtig ist aber auch die eigene Einstellung zum Leben UND zum Essen.
    Also lieber wirklich den Genuß von z.B. 5 Stück Schokolade bewußt zelebrieren und genießen, als z.B. eine ganze Tafel Schokolade “herunterzuschlingen”, oder “so nebenbei” in sich “hineinzustopfen”. :wink:

    Es kann z.B. auch hilfreich sein, die Anflüge von “Schokoladen-Hieper” mit billigen Schokoladen zu stillen.
    Die schmecken nicht übermäßig gut, befriedigen aber den momentanen Bedarf nach etwas “Süßem”.
    Und so ißt man ebend wirklich nur 2, oder 3 Stück Schokolade, des “Schokoladen-Hiepers” wegen, und nicht eine ganze Tafel Schokolade, weil sie ja soooo gut schmeckt.
    Und das hilft auch der Figur… :wink:
    Die “gute (gut schmeckende) Schokolade” läßt man sich dann wirklich für einen genußvollen Moment.

    LG:
    René.

  4. Daniel Györe kommentierte am 18.11.2009 um 15:48 Uhr

    Nun, egal was man für ein Insulin benutzt, ob nun tierisches, Humaninsulin oder Analoga. Die Korrektur mit kurzwirksamen Präparaten und die ständigen Blutzuckermessungen bleiben. Lebensmittel zu verbieten ist keine Lösung. Wie schon oben erwähnt, ist die Menge entscheidend. Ich bin seit meinem 3. Lebensjahr Diabetiker und habe bis heute keine Spätschäden. Ich halte mit meinen 32 Jahren ein Gewicht von 65 kg, weil ich genau hinschaue, was ich esse und wieviel. Durch diese Produkte habe ich einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel, der notwendig ist zur Vermeidung von Spätschäden.

    Bloß weil die meisten Diabetiker keine genügende Disziplin haben, müssen diejenigen, die sich nach bestimmten Vorgaben richten ihren Kopf hinhalten? Das sehe ich nicht ein.

    Denn Fakt ist, dass der Diabetes trotz flexibler Therapie immer noch eine Krankheit bleibt und die man auch nicht einfach wegspritzen kann.

    Beim tierischen Insulin besteht auch das Vorurteil, dass es veraltet sei. Jedoch kann ich mit diesem Insulin, weil ich kein anderes vertrage optimal leben und wenn es nötig ist auch den Zuckerspiegel mit einer Injektion korrigieren. Aber dies mache ich selten, weil mir persönlich das zu aufwändig ist und reguliere stattdessen mit den Mahlzeiten.

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